Komplikationen

Übertragen/Frühgeburt     Kaiserschnitt     Geburtsstillstand    Steißgeburt     Siamesische Zwillinge    

Probleme bei der Nachgeburt    Infektionen      Milchprobleme     Nachdecken     tote Babys     Toxikose   

Mutter stirbt    Linienfehler     Babygröße     Ammensuche     streitende Babys     wackelige Babys

wann Zufüttern?

Bei den meisten Problemen kann nur ein Tierarzt helfen. Erste Hilfe und auch das Wissen auf was man achten muss, kann manchmal trotzdem unterstützen oder helfen. Nur immer daran denken, dass alle Hinweise hier keine tierärztlichen Informationen sind, sondern nur Erfahrungswerte und dass es oft besser wäre einen Tierarzt kommen zu lassen oder hinzufahren, als selber Hand an zu legen! Dies gilt vor allen Dingen dann, wenn man selber über keinerlei Erfahrungen verfügt. Gut wäre es, wenn man vorher einen Tierarzt gefunden hat, der Hausbesuche macht, weil eine Mama unter der Geburt Stress nur schlecht verträgt und der Weg zum Tierarzt nicht gerade das Beste ist... Bestimmte Untersuchungen gehen natürlich nur beim Tierarzt vor Ort, aber dies ist individuell abzuklären.

Übertragen/Frühgeburt:

Um zu wissen, ob eine Schwangerschaft zu lange dauert, muss man natürlich das Deckdatum haben. Anzeichen dafür dass die Babys zu lange getragen werden sind unter anderem fehlende Babybewegungen, Fressunlust der Mutter, Apathie. Oftmals wird der Bauch recht weich und scheint zu 'hängen'. Es kann aber durchaus auch unbemerkt geschehen und die genannten Symptome treten erst auf, wenn es schon reichlich spät ist.

Ein Tierarzt wird dann helfen können. Wenn die Babys verstorben sind müssen sie schnellstens heraus und Eile ist geboten. Bleiben sie zu lange drin, kommt es zu Vergiftungen der Mutter.

Kommen die Babys zu früh, hängt es davon ab wie weit sie entwickelt sind, ob sie Überlebenschancen haben. Bei Frühgeburten ist das Risiko recht hoch, das Reste der Nachgeburt in der Mutter verbleiben.

Kaiserschnitt

Ein Kaiserschnitt sollte möglichst vermieden werden, aber manchmal ist er notwendig. Es bleibt ein Risiko bei Chinchillas und dies Risiko darf nicht vergessen werden. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist nicht ganz einfach. Die Mutter sollte nicht zu früh operiert werden, aber wenn man zu lange wartet ist sie unter Umständen zu geschwächt. Hat man sich entschieden diesen Weg zu gehen, ist eine gute Vorsorge und eine richtige Nachsorge sehr wichtig. Das Risiko von Infektionen ist recht hoch, die Mutter muss vom Kreislauf her stabil sein und sie benötigt hinterher dringend Wärme, Ruhe und meistens auch eine Weile Antibiotika. Die Darmtätigkeit muss im Auge behalten werden und sie sollte auch eine oder mehrere Infusionen zur Stärkung bekommen. Vorteilhaft ist auch hier, wie bei allen OPs, eine Inhalationsnarkose, weil diese einfach genauer zu dosieren ist und man den Zeitpunkt des Aufwachsens besser bestimmen kann. Die Wundversorgung muss gewährleistet sein und natürlich wäre eine Schmerzbehandlung hinterher nicht falsch, denn der Eingriff ist wirklich nicht ohne. Auch hier muss natürlich das Nahtmaterial gut ausgewählt sein, um Überreaktionen möglichst zu vermeiden. Ob eine Mutter nach einem Kaiserschnitt stillen kann, muss individuell entschieden werden.

Kaiserschnittwunde nach 12 Stunden

Geburtsstillstand:

Sollte die Geburt begonnen haben und die Babys kommen nicht heraus, dann muss schnell gehandelt werden. Es dauert normal nur wenige Minuten bis das erste Baby auf der Welt ist, nachdem die Mama ganz auf ist. Manchmal bis zu einer halben Stunde. Sollte die Mutter sich über mehr als eine Stunde mit Wehen herumplagen (sich krümmen und strecken, aufbäumen und pressen), dabei offen sein und nichts passiert, dann stimmt oft etwas nicht. Babys die im Geburtskanal stecken, werden nicht genug mit Sauerstoff versorgt und können sterben. Manchmal kann man die Babys sehen und versuchen in einer Wehe mitzuziehen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn wenn man es nicht richtig macht, kann die Mutter böse verletzt werden. Zu lange Wehen schwächen die Mutter und auch sie kann dadurch sterben. Spätestens drei Stunden nach Einsetzen der Wehen sollte im Normalfall das erste Baby das Licht der Welt erblickt haben. Ansonsten ist es meist ratsam sich Hilfe zu suchen. Wenn ein Baby feststeckt und die Wehen zu stark sind, könnte unter Umständen die Gebärmutter auch reißen und die Mutter verblutet.

Wenn man keine Erfahrung hat, sollte schnellsten ein Tierarzt zu Hilfe kommen, wenn man unsicher wird. Er wird versuchen mit einer wehenfördernden Spritze den Geburtsvorgang zu beschleunigen, gegebenenfalls per Ultraschall die Lage der Babys kontrollieren können und notfalls einen Kaiserschnitt einleiten.

Beispielberichte von Geburten mit Komplikationen sind hier und  hier zu lesen.

Steißlage:

Liegt ein Baby in Steißlage, hat man in der Regel Glück und die Mutter schafft es alleine zu entbinden. Manchmal, wenn das Baby feststeckt, hilft es ein wenig mitzuziehen, einige Mütter ziehen auch selber, aber hier ist äußerste Vorsicht geboten, denn bei dem geringsten Fehler könnte die Mutter schwere Schäden nehmen. Wenn die Mutter mit zieht, kann unter Umständen das Schwänzchen des Babys abreißen. Das bedeutet nicht den sicheren Tod für den Winzling und er kann auch mit halben oder ohne Schwanz gut lernen zu leben.

Sollte bei einer Steißgeburt der Geburtsvorgang nicht voranschreiten muss ein Tierarzt helfen.

Siamesische Zwillinge:

Hier kann oft nur ein Kaiserschnitt helfen! Nur selten passen siamesische Zwillinge alleine durch den Geburtskanal. Sollte also eine Geburt zu lange dauern, muss man zum Tierarzt.

Probleme mit der Nachgeburt:

Auch hier ist ein Tierarztbesuch dringend erforderlich. Mit Glück ist der Geburtsweg noch offen und man kann durch das Spritzen eines Wehenfördernden Mittels die Nachgeburt herausbekommen. Leider sieht man nicht immer, ob die Nachgeburt herausgekommen ist, da man die Geburt verpasst. Sollte etwas in der Gebärmutter verbleiben, wird dies bei der Mutter zu Vergiftungen, Entzündungen der Gebärmutter und im schlimmsten Falle zu Tode führen. Erste Anzeichen sind zum Beispiel Fressunlust, manchmal Krämpfe, Schmerzlaute und auch Apathie, oftmals begleitet mit blutigem und stinkenden Ausfluss.

Bleiben Nachgeburtsreste in der Gebärmutter, kommt es unter Umständen zu selben Problem. Selbst kleinste Spuren der Nachgeburt in der Gebärmutter können schwere Infektionen auslösen.

Somit ist eine regelmäßige Kontrolle hinterher notwendig und wenn sich verfärbter Schleim zeigt oder die Mutter im Vaginalbereich anfängt zu riechen, sollte der Tierarzt untersuchen.

Bitte nicht annehmen, dass bei einer Schwangerschaft nur eine Plazenta vorhanden ist. Im Regelfall ist jedes Baby an seine eigene Plazenta gekoppelt und nur selten hat man Babys die gemeinsam über eine laufen. Somit ist ein Geburtsvorgang erst abgeschlossen, wenn alle Babys auf der Welt sind, mit den jeweils ein oder mehreren Nachgeburten.

Infektionen:

Nach oder während der Schwangerschaft kann die Mutter Infektionen bekommen. Hier wird der Tierarzt individuell raten können was zu tun ist. Manchmal muss man abwägen inwieweit Medikamente nötig sind, die ja auch den Babys schaden könnten. Eine entzündete Gebärmutter wäre nur ein Risiko das eintreten kann. Einige behaupten diese Entzündungen können vom Sandbad kommen und empfehlen dieses für einige Tage nach der Geburt zu entfernen. Doch da unter der Geburt einiges rauskommt, deswegen nichts hinein kann und sich nach der Geburt schnell der Geburtsweg wieder zusammenzieht, so dass ebenfalls kein Schmutz oder Sand mehr eindringen kann, ist dies sehr unwahrscheinlich. Dazu kommt dass der Sand schon ziemlich dreckig sein muss, um eine Infektion auszulösen. Entzündungen der Gebärmutter werden durch Bakterien hervorgerufen und da sind die Ursachen breit gefächert. Das Mädchen kann sie vorher bekommen haben, sich durch den Bock angesteckt haben oder während der Schwangerschaft bilden sich ungesunde Keime. Leider kann man oft den Tiere dann nicht helfen und muss, damit eine Behandlung Erfolg haben soll, sehr schnell handeln. Durch die Gabe von Antibiotika kann mit nur mit Glück die Infektion eindämmen. Auch eine schwere Geburt und natürlich Rückstände in der Gebärmutter können eine Entzündung hervorrufen.

Milchprobleme:

Sollte bei der Mama nach spätestens drei Tagen der Milcheinschuss nicht eingetreten sein, muss man das Baby mit der Hand aufzuziehen (siehe: Handaufzucht). Die ersten ein bis drei Tage hat die Mama noch wenig bis keine Milch. Die Milchbildung wird erst mit dem Säugen des Babys/der Babys richtig angeregt. Deswegen bitte nicht zu früh eingreifen, wenn Komplikationen befürchtet werden. Wird ein Baby ohne zwingenden Grund zugefüttert, bekommt die Mutter den Milcheinschuss nicht richtig in Gang und wird nicht genug Milch haben. Babys, denen die Muttermilch fehlt, sind ein Leben lang anfälliger und neigen eher zu Problemen. Ihre Überlebenschancen in den ersten Wochen sinken auch rapide.

Sollte es zu einem Milchstau kommen oder zu einer Entzündung des Gesäuges kann man (sofern es nicht zu schlimm ist) ein wenig unterstützen, indem man bei der Mutter Quarkumschläge macht und auch oft kühlt. Bevor die Babys trinken, kann man den Milchfluss ein wenig mit trockener Wärme (keine Feuchtigkeit anbringen) unterstützen, nach dem Trinken muss sofort wieder gekühlt werden. Einen Milchstau kann man gut erkennen durch Beulen unter der Haut im Zitzenbereich.

Sollte es der Mutter dabei schlecht gehen, ist ein Tierarzt aufzusuchen. Die Babys/das Baby sollte aber möglichst bei der Mutter gelassen werden und trinken (sofern die Entzündungen nicht zu stark ist) damit die gestaute Milch abfließen kann, es nicht schlimmer wird und nicht noch zu Infektionen führt.

Werden Babys zu früh von der Mutter genommen, kann es ebenfalls zu zu Stauungen der Milch kommen, wenn die Mutter noch nicht fertig abgestillt hatte. Hier sollten dann die Babys schnellsten wieder zurück zur Mutter. Mal abgesehen davon, dass es unheimlich schmerzhaft ist, wenn die Milch nicht von den Babys abgesaugt wird, wird eine Gesäugeentzündung sich auch auf den ganzen Körper ausbreiten und kann unter Umständen zum Tode des Tieres führen. Jede Mutter, die selber ein Kind gestillt hat, wird wissen was es bedeutet derartige Schmerzen in der Brust zu haben.

Bei einem Milchmangel hilft durchaus ein Milchbildungstee aus der Apotheke.

Nachdecken:


Chinchillas nehmen selten gleich nach der Geburt wieder auf, wenn sie gedeckt werden. Sie teilen es sich in der Regel selber ein, ob sie Nachwuchs verkraften oder nicht. Meine Jenny z. B. bekam lange Zeit alle zwei Jahre (um den 19ten April herum) ihre Babys. Der Aufbau der Gebärmutter einer Chinchilladame ist anders als bei den meisten anderen Nagern (gut nachzulesen in 'Krankheiten der Chinchillas' von Helmut Kraft), die Mami besitzt zwei Gebärmutterhörner, die im Regelfall im Wechsel belegt werden und somit den Körper entlasten beim Nachdecken. Trotzdem gibt es auch Chinchilla-Mädchen, die sich jedes Mal gleich nach der Geburt decken lassen, was bei mehrmaligem Auftreten zu Schwäche, absinken des Immunsystems und Mangelerscheinungen der Mutter führen kann. Ein Nachdecken ist im Normalfall nicht weiter tragisch. Falls aber zwei Schwangerschaften genau hintereinander stattgefunden haben, sollte man der Mutter eine Pause gönnen und sie eine zeitlang vom Bock trennen.

tote Babys: 

Sollten Babys tot auf die Welt kommen, muss man die Mutter gut im Auge behalten. Manchmal liegt eine bakterielle Infektion vor und die Babys sterben deswegen. Diese Infektion kann bei der Mutter zu schweren Problemen führen. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten warum Babys sterben. Übertragen, zu früh geboren, Gendefekte,... Dies ist dann individuell abzuklären. Bei toten Babys verbleiben oftmals Rückstände in der Gebärmutter, ein TA sollte dann kontrollieren, damit dies keine Infektion auslöst.

Toxikose:

Eine zu dicke Chindame, eine Mutter mit geschädigter Leber und eine Mami mit zu wenig Bewegung, kann eine Schwangerschaftstoxikose bekommen. Das heißt die Leber arbeitet nicht mehr richtig aufgrund einer Stoffwechselentgleisung, der Körper der Mutter fängt an zu vergiften, die Babys sterben ab, die Mutter stirbt. Hier ist das Vorbeugen sehr wichtig, denn eine eingetretene Toxikose ist sehr schwer zu behandeln und nur selten vom Erfolg gekrönt. Oftmals wird eine Toxikose durch das Zufüttern von Getreide begünstigt. Sie tritt meist zwischen dem letzten Schwangerschaftsdrittel, bis hin zu ca. 4 Tagen nach der Geburt auf. Anzeichen hierfür sind Apathie, Fressunlust, Krämpfe, Gewichtsverlust. Ein hilfreicher Link mit Therapievorschlägen befindet sich hier: http://www.fraumeier.org/toxikose.htm . Eine betroffene Chindame gehört unverzüglich zu einem Tierarzt.

Mutter stirbt:

Was man sich auf keinen Fall wünscht, aber leider doch ab und an eintritt, ist das Versterben der Mutter. Babys die alleine aufwachsen, müssen mit der Hand aufgezogen werden. (siehe: Handaufzucht)


Linienfehler:

Zuchttiere werden genauso mal krank wie andere Chinchillas auch. Aber es gibt auch Krankheiten oder Eigenschaften die ein Zuchttier nicht haben darf, weil es sich auf die Babys überträgt und immer wieder weitervererbt wird. Einer der wichtigsten Punkte ist die Zahnanomalie. Selbst wenn ein Zuchttier nur kurz mal darunter leidet aufgrund einer Krankheit, wäre es einfach besser dies Tier sofort aus der Zucht zu nehmen und die neuen Besitzer der Babys darüber zu informieren. Eine einmal aufgetretene Zahnanomalie kann immer wieder kommen und die Neigung dazu ist im Regelfall veranlagt. Man darf auch nicht annehmen, dass es irgendwann verschwindet, weil vielleicht zwei oder drei Babys keine Auffälligkeiten zeigen. Immer wieder kann man sehen, dass diese Krankheit auch mal Generationen überspringt und dann 'plötzlich' wieder auftaucht.

Ebenfalls sollten Organfehler, Krampfanfälle und derartiges auf keinen Fall in einer Zucht vorkommen. Selbst wenn ein Tier zum Fellfressen unter starkem Stress neigt, sollte man es sofort aus der Zucht ausschließen. Ebenfalls dürfen Zuchttiere unter der Belastung einer Schwangerschaft oder der Stillzeit nicht zu stark abmagern. Ein geringer Gewichtsverlust ist bei einer solchen Anstrengung normal, aber ein Verlust von mehr als 70 Gramm sollte zu Denken geben.

Man selber hat vielleicht sein Tier schnell wieder gesund, aber die Nachkommen könnten verstärkt darunter leiden und dies sollte man als guter Züchter den Tieren und den neuen Besitzern ersparen.

Babygröße:

Oftmals freuen sich viele über große Babys von mehr als 50 Gramm. Ob diese Freude wirklich gerechtfertigt ist, sei nun einmal dahingestellt. Ich selber freue mich lieber über zu kleine, als über zu große Babys. Kleine Babys haben oft einen schnelleren Weg durch den Geburtskanal, sind sehr häufig deswegen viel stärker und kräftiger. Außerdem sind die Anstrengungen der Mutter viel geringer und somit stehen auch ihre Chancen weit besser, sollte es zu Komplikationen kommen. Große Babys starten in die Geburt meist auch mit viel Kraft, verlieren aber auch sehr viel, da der Geburtsvorgang sehr oft wesendlich länger dauert und sie teilweise einer massiven Sauerstoffunterversorgung ausgesetzt sind. Dies ist ein Grund, warum einige Babys schlagartig und ohne erkennbare Vorzeichen zwischen dem ersten und dem fünften Tag versterben. Hat also eine Chinmutter nur große Babys, wäre es abzuwägen, ob man sie weiterhin in der Zucht lässt. Ganz kleine Winzlinge von unter 25 Gramm haben es natürlich auch nicht immer leicht, aber wenn sie zum normalen Geburtstermin auf die Welt kommen, stehen ihre Chancen mitunter deutlich besser, als bei den kleinen Riesen. Sind die Babys größer als 55 Gramm oder wurden übertragen, dann sind Komplikationen bei der Geburt meist abzusehen. Die Mutter kann bei der Geburt auch einreißen und schwere Verletzungen davon tragen.

Kaiserschnittbaby wenige Stunden nach der Geburt.

Ammensuche:

Sollte die Mutter versterben oder mit dem Nachwuchs überfordert sein, wird es notwendig einzugreifen. Handaufzuchten haben immer einen schwereren Start. Vorzugsweise findet sich eine Amme, die das Kleine mit aufziehen kann. Auch hierbei sind ein paar Punkte zu beachten. Die Babys der Amme sollten im selben Alter sein wie die Sorgenkinder. Gerade die ersten Lebenstage macht dies einen sehr großen Unterschied in der Milchzusammensetzung auf. Die Muttermilch verändert sich mit der Entwicklung der Jungen und stimmt sich auf die Bedürfnisse ab. Somit bringt es einem Neugeborenen sehr wenig, wenn die Amme schon Nachwuchs abstillt oder deren Babys bedeutend größer sind. Fremde Tierarten sind als Ammen nicht geeignet. Auch sollte die Amme am besten schon erfahren sein und darf auf keinen Fall zu diesem Zeitpunkt selber mehr als maximal zwei Babys haben. Findet sich eine geeignete Amme, muss sie natürlich das Baby auch annehmen. Hier sind Chinchillas aber zum Großteil sehr unkompliziert. Wenn der Vater mit bei sitzt, dann könnte dieser aber durchaus ein Problem darstellen, da nicht alle Väter fremde Jungtiere annehmen. Die Amme muss die erste Zeit sehr gut im Auge behalten werden.

Streitende Babys:

Es kommt durchaus zu kleinen Rangeleien, wenn die Kleinen an die Milchbar wollen. Sollten sich die Winzlinge aber richtig streiten, dann deutet es darauf hin, dass die Mutter nicht ausreichend Milch hat. Die ersten Tage ist ein Eingreifen nicht notwendig, würde sich eher schädlich auswirken, da die Milchproduktion sich dem Bedarf anpasst. Sollte sich aber bis zum vierten Tag der Streit nicht gelegt haben und die Babys verlieren zudem an Gewicht, dann sollte überlegt werden ein klein wenig zuzufüttern. Hierbei ist aber das Nutzen-Risiko-Verhältnis stark zu bedenken, denn jeder zugefütterte Tropfen verhindert dass mehr Milch produziert wird.

Wackelige Babys:

Die ersten Stunden wackeln alle Babys mehr oder weniger durch den Käfig, allerdings bekommen sie sehr schnell Kraft und dann ist es damit vorbei. Wackeln die Kleinen sehr doll, sind zittrig und bekommen nicht einmal ihr Schwänzchen erhoben, dann deutet es darauf hin, dass etwas nicht ganz in Ordnung ist. Das Traurige an dieser Sache ist, dass man als Mensch da wenig unternehmen kann. Ein Eingreifen und Zufüttern kann durchaus dem Baby mehr Überlebenschancen nehmen als geben. Deswegen ist jedes Einschreiten gut zu überdenken und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man der Mutter die Verantwortung abnimmt und selber nun diese Last tragen muss. Es wird immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es sich ziemlich gleich bleibt, ob man einschreitet oder nicht - die Chancen der Kleinen verändern sich nicht.

Wann Zufüttern?

Eine Frage die immer wieder gestellt wird und die man nie pauschal beantworten kann. Was man aber klar sagen kann ist, dass viele zu früh eingreifen und damit nicht selten den Tod des Babys verantworten. Ein Gewichtsverlust der Kleinen in den ersten Tagen ist normal. Bekommt man dann unberechtigte Angst und füttert zu, dann nimmt man dem Zwerg die lebenswichtige Muttermilch und kann dann ihm damit auch seine ganzen Lebenschancen rauben. Zugefüttert werden sollen nur Babys, die absolut keine Muttermilch bekommen, die von der Mutter total ignoriert werden und die auch nach dem vierten Tag nicht zu-, sondern weiterhin abnehmen. Viele sind irritiert, wenn die Mutter die ersten Lebenstage des Nachwuchses sich scheinbar nicht bei den Kleinen aufhält. Doch dies Verhalten ist vollkommen normal, da die Mutter Kraft tanken muss für die Stillphase und erschöpft ist von der Schwangerschaft. Wer sich unsicher ist, der muss die Zeit finden sich im gebürtigem Abstand vor den Käfig zu setzen und über viele Stunden das Verhalten der Mutter zu beobachten. Eine unsichere Mutter wird von der Anwesenheit eines Menschen irritiert und hält sich ebenfalls vom Nachwuchs fern, damit dieser geschützt bleibt. Somit sollte die Mutter von einem Menschen wirklich nichts merken und sich nicht beobachtet fühlen. Erst wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind und die Mutter sich trotzdem über mehr als acht Stunden nicht zum Nachwuchs bewegt, dann deutet es darauf hin, dass sie entweder überlastet ist oder dem Nachwuchs von sich aus keine Überlebenschance einräumt.


 

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