Ein oder zwei Chinchillas?
Und was kommt mit den Tieren auf mich zu?
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Wichtig: Chinchillas sind keine Tiere die man alleine halten sollte!

Allerdings sind sie nicht leicht zu vergesellschaften. Chinchillas sind sehr wählerisch bei ihrem Partner. Mögen sie sich überhaupt nicht, ist
es immer ratsam sie zu trennen. Die süßen Fellknäule können sich in regelrechte
Monster verwandeln, wenn es darum geht den anderen zu vertreiben. Es sind
nicht wenige Besitzer bei dem Anblick schon erschrocken und haben die Tiere
mit anderen Augen gesehen. Man muss sich vorher sehr gut überlegen was man möchte. Ich selber bevorzuge die Pärchenhaltung, bei der sich zwangsläufig Nachwuchs einstellt. Doch bei mir ist alles so geplant, dass 'meine' Babys auch bleiben können, wenn sich kein perfektes neues Zuhause finden sollte bzw. ich gebe inzwischen nur selten noch Nachwuchs ab. Notfalltiere setze ich meistens zu gleichgeschlechtlichen Partnern und falls dies einmal nicht möglich ist, wird ein Bock kastriert bevor er zu einem Mädchen darf. Möglich zu halten sind Jungs und Jungs, Mädchen und Mädchen, ein Junge und Mädchen. Nie mehrere Jungs mit einem oder mehr Mädchen. Es kann immer zu Problemen kommen. Bei zwei Mädchen zusammen ist die Zeit in der es mitunter ein wenig kriselt meist die Zeit der Hitze. Da sind sie launischer und meckern eher mal. Bei zwei Jungs geht es eigentlich total klasse und gibt weniger Kummer als bei Mädchen, sofern da nicht Mädchen in der Nähe sind. Es gibt durchaus liebe Jungs, die es wenig interessiert, aber der Großteil der Buben wird recht streitsüchtig, wenn es nach einer "heißen Braut" riechen sollte und es wäre ratsam dies nicht erst dazu kommen zu lassen. Wenn zwei Chinchillabuben sich wegen einer Frau in die Haare bekommen, dann kann es sehr schnell passieren, dass einer den anderen tot beißt. Diese Gefahr darf man nicht außer Acht lassen. Ich selber halte meine Boygroups im selben Raum mit den Mädchen, aber ich kenne natürlich meine Buben und kann Veränderungen im Verhalten schnell erkennen, da ich mich auch sehr oft bei ihnen aufhalte. Sollte man es darauf ankommen lassen wollen, muss man einplanen können die Jungs notfalls in einem anderen Zimmer unterbringen zu können. Ungerade Zahlen bei Gruppenhaltung geben häufiger Komplikationen. Es ist immer einer ein wenig außen vor und auch wenn die Tiere durchaus alle auf einem Haufen gekuschelt schlafen, gibt es Situationen in denen einer alleine hockt. Da unterscheiden sie sich wenig von uns Menschen und jeder hat wohl schon die Erfahrung gemacht, dass drei einer zuviel sein kann. Schöner und unkomplizierter ist es bei der Wahl von mehreren Tieren auf eine gerade Anzahl zu achten, aber: je mehr Tiere in einem Käfig, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf Streitereien. Lediglich Familienverbände (also Mamis und ihre Kinder und Kindeskinder) sind da eigentlich sehr harmonisch. Sind bei mehreren Mädchen in einem Käfige schwangere Damen darunter, dann kann dadurch eine Gruppe zerbrechen, weil andere Mädchen als Gefahr für die Babys gelten. Nicht alle Chindamen sind dann friedlich. Derartige Konstellationen bedürfen einer ständigen Aufmerksamkeit und die Möglichkeit die Schwangere oder frisch gebackene Mami von der Gruppe separat unter zu bringen. Pärchenhaltung ist natürlich optimal für die Tiere,
wäre da nicht das Problem mit dem Nachwuchs. Zum einen sind sehr wenige
Damen geeignet überhaupt Nachwuchs zu bekommen, da das Risiko einer
Schwangerschaft nicht unterschätzt werden darf und zum anderen gibt es
einfach schon sehr viele Tiere die keiner haben möchte. |

Mit ein wenig Übung kann man erkennen, wann das Weibchen bockig (hitzig) ist und sie dann für zwei Tage vom Bock trennen, um den Nachwuchs zu vermeiden. Am Besten lässt man sich das einmal von einem erfahrenen Züchter zeigen. Die Zusammenführung wird allerdings jedes Mal wieder Stress auslösen, weil die Tiere sich nicht unbedingt wiedererkennen. Auch ist dies keine Dauerlösung, weil es je nach Chinchilla durchaus dazu führen kann, dass man die Tiere immer neu vergesellschaften muss, was auf Dauer auch die Tiere so schädigt, dass sie kaum noch einen Partner akzeptieren. Bei der Haltung von Gruppen (also zum Beispiel zwei Mädchen und ein Bock), ist diese Art Trennung gar nicht zu empfehlen. Bunte Babys lassen sich leider in einigen Regionen leichter vermitteln, als viele Standards, was unter anderem an dem Aussehen und der Größe vieler Standards liegt, da immer noch zu wenige auf die richtige Zucht achten. Viele Menschen sehen die Standards als gewöhnlich an und wünschen eher das Ausgefallene. Dabei ist jeder Standard verschieden und für die Zucht unerlässlich. Sofern richtig gezüchtet, ist ein Standard auch weitaus schöner als jede Farbe. Trotzdem sollte man nicht annehmen, dass Nachwuchs aus Pärchenhaltung immer und vor allen Dingen schnell ein neues Zuhause finden kann. Wer keinen Nachwuchs wünscht, sollte versuchen einen möglichst gleich alten, gleichgeschlechtlichen Partner zu finden. Von dem Zusetzen eines Babys zu einem Alttier halte ich selber nicht so viel. Die Kleinen werden irgendwann geschlechtsreif und oft fangen sie dann mit Rangordnungsstreitigkeiten an. Die Zusammenführung geht auch mit gleich alten Chinchillas und nur in Ausnahmefällen lässt sich ein älterer Bock nicht mit diesen, sondern nur mit jüngeren zusammen bringen. Später hat man dann aber auch das Problem, dass ein Tier früher sterben wird und das andere alleine bleibt. Kastrationen sind auch heute noch ein Risiko, auch wenn es sich in den letzten Jahren gemindert hat. Sollte der Bock die Narkose überstehen, die, wie bei jeder OP, natürlich ein Risiko birgt, wird er manchmal hinterher von seiner Partnerin nicht mehr akzeptiert und dann greift sie ihn vielleicht an, wenn sie in die Hitze kommt. Einige Böcke leiden auch unter Depressionen und können an den Folgen eingehen. Passiert natürlich nicht oft, sollte aber mit berücksichtigt werden. Also bitte immer gut überlegen und vor allen Dingen einen erfahrenen Tierarzt aufsuchen! Eine Kastration ändern nichts am natürlichen Verhalten eines Chinchillajungen. Er wird dadurch nicht verträglicher mit anderen Buben. Falls dies also ein Grund für eine Kastration sein sollte, sollte davon Abstand genommen werden. Sinnvoll ist sie nur zur Verhinderung von Nachwuchs. Bevor aber ein Chinchilla alleine sitzt, ist trotz Risiko immer der Weg der Kastration der bessere Weg. Trotz allem bleibt bei der Haltung Gleichgeschlechtlicher immer das Restrisiko, dass sie sich, auch nach vielen Jahren, aus teilweise nicht nachvollziehbaren Gründen zu streiten anfangen. Bei zwei Weibchen passiert dies noch häufiger als bei zwei Jungen. Dies bitte nie außer Acht lassen.
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