Fragen und Antworten

Im Laufe der Jahre haben sich ein paar Fragen an mich in Mails oder per Telefon recht oft wiederholt. Somit denke ich, es bietet sich an sie einmal zusammen zu fassen und aufzulisten. Natürlich antworte ich nur in sofern, wie es meinen Erfahrungen entspricht oder welche Meinung ich dazu vertrete

- Warum ernährst Du die Chinchillas nur mit Heu und Pellets und gibst ihnen außer Apfel kein Frischfutter?

- Wie alt werden bei Dir im Durchschnitt die Chinchillas?

- Warum gibst Du keinen Nachwuchs mehr ab?

- Warum findest Du Salzlecksteine für Chinchillas nicht in Ordnung?

- Viele sagen man muss Pellets dosieren und Du tust dies nicht. Warum?

- Du hast auf Deiner Webseite unter dem Vorwort stehen, dass Dir ein Chinchilla verhungert ist. Wie kann so etwas passieren?

- Warum fragst Du, wenn Du Mails mit Krankheitsanfragen bekommst, immer so genau nach dem Kot, selbst wenn Dir einer schreibt es liegt keine Verstopfung vor?

- Zur Zeit bestehen immer so viele auf Quellenangaben. Warum hast Du so wenig Quellenangaben auf Deiner Webseite oder nennst kaum welche in Foren?

- Warum machst Du jetzt so wenig an Deiner Webseite?

- Warum ist die Webcam so selten an?

- Ich würde gerne eine Hausapotheke anlegen. Was sind die Dinge, die Du immer zuhause hast?

- Du schreibst auf Deiner Webseite, dass man sich gründlich nach einem guten Tierarzt umsehen sollte und nicht jeder Tierarzt gut ist. Außerdem behandelst Du viele Krankheiten selber. Warum? Tierärzte haben doch studiert und wissen was sie tun?

- Warum sind Deine Käfige nicht hoch?

- Was machst Du mit Zuchttieren, die Du nicht mehr einsetzen kannst?

- Glaubst Du, dass Du fehlerfrei bist?

- Reißt ein Chinchillaschwanz nicht ab, wenn man daran festhält?

- Wie handhabst Du das mit den Kindern und den Chins? Gibt es für die Tiere keine Probleme?

- Wie alt ist oder wurde das älteste Chin, dass Du gesehen hast?

- Wie kontrollierst Du die Vorderzähne Deiner Chinchillas und was beachtest Du dabei?

- mehr folgt in der nächsten Zeit....

 

- Warum ernährst Du die Chinchillas nur mit Heu und Pellets und gibst ihnen außer Apfel kein Frischfutter?

Ich habe meine Erfahrungen damit gesammelt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es für die Tiere nichts ist sie anders zu ernähren. Meine ersten Tiere bekamen Grünfutter, Obst und Gemüse. Selbst zu der Zeit, als ich zumindest vom bunten Zoohandlungsfutter weggekommen war, blieb ich bei Apfel, Karotte, Löwenzahn, Topinambur, diversen Kräutern und anderem Obst. Durch die Meerschweinchen war immer ausreichend vorhanden und die Chins bettelten natürlich danach. Als Anfängerin konnte ich damals auch Kotveränderungen nicht sofort erkennen. Im Laufe der ersten Jahre sah ich aber die Veränderungen der Tiere. Sie wurden immer häufiger krank, bekamen starke Probleme wie heftigen Durchfall und Krämpfe, starben recht jung. Bei Karotten bekamen meine Tiere starke Verstopfungen, allerdings auch nicht gleich am Anfang, sondern erst wesendlich später und dann aber sehr heftig, so dass teilweise gar kein Kot mehr abgesetzt wurde. Nach Rückfragen später bei den Chinchillapelztierzüchtern stieg ich dann recht schnell dahinter, dass es durch die Gabe der Extras zu den Problemen kam. Nachdem ich es weggelassen habe, nur noch ganz selten mal Löwenzahn sammele, noch seltener die Gelegenheit habe Topinambur zu verfüttern und die Tiere somit lediglich regelmäßig Apfel bekommen, hatte ich die ganzen Probleme nicht mehr. Getrocknet gibt es auch nur sehr selten mal Löwenzahn, Topinambur und Brennnessel. Löwenzahn wird unter anderem auch mal frisch stibitzt. Meine Tiere haben keinerlei Verdauungsprobleme mehr, keine Krämpfe, keine weißen Zähne - einfach nichts in dieser Richtung. Ich habe nie Hefepilze gehabt bei den Chins, noch nie Giardien und bin echt froh mich mit diesen Dingen noch nicht beschäftigt haben zu müssen. Durch das Internet bekam ich noch viel häufiger als vorher mit, was woanders so an Problemen auftauchte und auch daraus zog ich meine Rückschlüsse. Somit werde ich natürlich an der Ernährung nichts verändern

- Wie alt werden bei Dir im Durchschnitt die Chinchillas?

Meine Älteste wurde 18 Jahre alt, mein jüngstes starb am Tag der Geburt. Mein ältestes Chin zur Zeit ist geboren 1992 und lebt schon sehr lange bei mir. Somit kann ich einen Durchschnitt nicht sagen. Da ich eine Hobbyzucht betreibe ist bei mir ein erhöhtes Risiko vorhanden, dass Tiere sterben, da Zucht immer einen Risikofaktor darstellt. Ich habe nur wenige Chinchillas im Verhältnis zu anderen Züchtern. Im Durchschnitt sitzen hier 8 bis 10 Zuchtweibchen und 5-10 Buben (Notfalltiere ausgenommen). Die meisten meiner Zuchtweibchen wurden 10-14 Jahre alt. Gerade im Jahr 2004 starben mir aber ein paar meiner Lieblinge durch Geburtskomplikationen und eine an einer Vergiftung und leider starben auch ein paar vorletztes Jahr beim Umzug (2005). Wir haben uns da eine ganz üble Erkältungswelle eingefangen und die Chins haben teilweise sehr heftige Lungenentzündungen bekommen.

- Warum gibst Du keinen Nachwuchs mehr ab?

Ich habe zwar in erster Linie sehr viel Glück gehabt mit den neuen Besitzern meiner Babys, aber leider manchmal auch Pech. Es wurden Tiere einfach weiterverkauft ohne mich zu fragen, ob ich meine Babys zurückkaufen würde, obwohl derartiges immer abgesprochen wird, es wurde mit Tieren gezüchtet, die nicht zur Zucht geeignet waren (was ausdrücklich vertraglich festgehalten wird!) und leider waren auch ein paar darunter, die "meine" Babys totgefüttert haben. Wenn schlechte Haltungsbedingungen vorlagen konnte ich zum Glück durch den Schutzvertrag tätig werden, aber der Weiterverkauf ist leider gesetzlich nicht geschützt. Auch wenn es nicht oft war, so hängt mein Herz an jedem meiner Babys und ich kann einfach damit nicht umgehen. Deswegen habe ich schon 2002 angefangen nur noch Nachwuchs in sehr ausgesuchte Hände zu geben und als selbst darunter jemand sich befand, der meinte einfach ein Tier von mir weiterverkaufen zu müssen ohne es mir zu erzählen gibt seit 2004 gibt es Nachwuchs nur noch für mich, damit ich meine Linien erhalten kann. Ich bin sehr stolz auf meine Tiere, die aus sehr guten Linien kommen und hier geboren wurden und möchte vor allen Dingen meine reinen Standard-Linien für mich erhalten, somit werde ich auch nicht aufhören zu züchten, aber noch einmal das Risiko eingehen, dass jemand sich bei mir einschmeichelt und dann den Tieren doch schadet, das gehe ich nicht mehr ein. Ausnahmen gibt es immer, denn es gibt auch eine Reihe wirklich lieber Menschen, die für ihre Tiere das Beste wollen und denen klar ist, dass auch Züchter mitunter ihre Tiere lieben und ihre Entwicklung beobachten wollen. Wenn gesichert ist, dass der Austausch zwischen mir und den neuen Haltern gegeben ist, dann lasse auch ich mich gelegentlich erweichen eines meiner Babys anderen Personen anzuvertrauen.

- Warum findest Du Salzlecksteine für Chinchillas nicht in Ordnung?

Chinchillas bekommen alles was sie brauchen über die Pellets oder das Heu. Ein Zuviel an Salz schadet gerade Tieren sehr doll. Schon Frau Meier (vielen Meerschweinchenbesitzern mit Internet ewig bekannt und hochgeschätzt ) schrieb vor Jahren zur Frage "Brauchen meine Schweinchen unbedingt einen Salzleckstein?":

Normal ernährte gesunde Tiere brauchen weder zusätzliche Salz- noch Mineralstoffgaben. So lange nicht einzelne Tiere den Leckstein förmlich "auffressen", sondern nur gelegentlich eine Prise davon naschen, wird er auch keinen Schaden anrichten. Jedenfalls kann ein Zuviel an Salz und Mineralien mehr Schaden anrichten, als normale Nutzung verhindern könnte. Uns kommt so etwas nicht ins Gehege!

Quelle: http://www.fraumeier.org/antwort.htm#salzleckstein

Und das gilt bei mir auch für Chinchillas.

- Viele sagen man muss Pellets dosieren und Du tust dies nicht. Warum?

Ich mache die Näpfe von je her voll, aber meine Tiere fressen gar nicht so viel Pellets. In erster Linie wird hier Heu und Heu und nochmal Heu gefressen und das ist ganz wichtig. Für die Verdauung, für die Zähne, für das Wohlbefinden. Solange meine Tiere sich nicht an Pellets satt fressen, sondern in erster Linie Heu mampfen, brauche ich nicht dosieren und sehe keinen Sinn darin. Die Tiere haben unterschiedliche Bedürfnisse pro Tag und wenn in einer Gruppe mal einer reinhaut, dann gehen andere nachher leer aus. Somit finde ich es für mich und meine Tiere auf diesem Wege schöner.

- Du hast auf Deiner Webseite unter dem Vorwort stehen, dass Dir ein Chinchilla verhungert ist. Wie kann so etwas passieren?

Wie so viele am Anfang hab ich meine früher Tiere nie gewogen. Dazu kamen die Berührungsängste, die man als Anfänger so hat. Meine Jenny kannte ich in und auswendig, da war keine Scheu mehr vorhanden, aber bei einigen neuen Tieren, die sehr ängstlich waren, war ich damals bestrebt sie erst einmal in Ruhe zu lassen und wenig zu stören. Beim normalen Anschauen sieht man aber einen Gewichtsverlust nicht und wenn ein Chin dichtes Fell hat, dann merkt man dies mitunter zu spät. Ich wollte alles richtig machen und hab dadurch viel falsch gemacht. Die Tiere hatten damals riesige Käfige, viel Freilauf und somit benötigten sie Energie, die das damalige Futter nicht geliefert hat. Tja und so kam es halt dazu. Ich selber habe den neuen Besitzern meiner Babys natürlich immer gleich gezeigt wie man ein Chin hält, abtastet usw. aber mir stand zuerst niemand zur Seite.

- Warum fragst Du, wenn Du Mails mit Krankheitsanfragen bekommst, immer so genau nach dem Kot, selbst wenn Dir einer schreibt es liegt keine Verstopfung vor?

Viele wissen gar nicht wie gesunder Kot aussehen sollte und wie er beschaffen ist. Überwiegend glauben die Leute solange noch genug Köttel kommen, liegt auch keine Verstopfung vor und wenn der Kot nicht wie Wasser ist, dann haben die Tiere auch keinen Durchfall. Doch das stimmt nicht. Der Kot ist sehr wichtig und gibt sehr viel Aufschluss über die Gesundheit. Auf dem folgenden Bild sieht man die Unterschiede ein wenig. Ganz links ist gesunder Kot, bei dem mittigen handelt es sich schon um eine Verstopfung und bei dem rechts ist es ebenfalls eine Verstopfung.

Durchfall beginnt oft schon, wenn der Kot kleine Spuren auf den Sitzbrettern hinterlässt. Ebenfalls gibt die Farbe des Kotes viele Hinweise. Tiefschwarz wird der Kot oft, wenn zu viel Eiweiß im Futter vorhanden ist und das soll bei Chinchillas nicht sein. Je schwärzer der Kot, desto überversorgter kann der Darm sein. Natürlich gibt es hierzu keine Richtlinien, aber es sind die Erfahrungen meines persönlichen Ansprechpartners für Chinchillafragen, von dem ich schon ganz viel lernen durfte.

Deswegen ist das Nachfragen für mich sehr wichtig. Ich möchte niemanden unterstellen, dass er sich nicht auskennt, aber es kam schon sehr oft vor, dass ich die Tiere selber sehen konnte und vor Ort dann festgestellt habe, dass sie doch eine Verstopfung oder Durchfall hatten. Da fragt man lieber mehrmals nach .

- Zur Zeit bestehen immer so viele auf Quellenangaben. Warum hast Du so wenig Quellenangaben auf Deiner Webseite oder nennst kaum welche in Foren?

Ich brauche sie nicht, da vieles auf dieser Webseite nur meinen eigenen Erfahrungen zu Grunde liegt oder auf Wissen basiert von Menschen, die nicht namentlich genannt werden wollen (was aber auch im Vorwort steht, zusammen mit einer Ausnahme). In den Bereichen, in denen ich Fachwissen aus schriftlichen Quellen angegeben habe, habe ich es gekennzeichnet und alles andere ist auf meinem Mist oder auf den Erfahrungen von den Züchtern gewachsen, von denen ich lernen durfte. Für mich sind Fachquellen auch nur von Menschen, die sich über Jahre hinweg mit einer bestimmten Materie befasst haben, nicht mehr und nicht weniger und für mich muss man keinen Doktor haben oder studieren um über Wissen zu verfügen . Chinchillabücher, bis auf die von GU, habe ich erst viel später bekommen, teilweise erst nach 2000, dank Ebay und guten Freunden. Ich würde auch nichts wiedergeben, bei dem ich nicht selber meine Erfahrungen gemacht habe und empfehlen tue ich grundsätzlich nichts, nur meine Erfahrungen schildern.

- Warum machst Du jetzt so wenig an Deiner Webseite?

Ja warum? Zum einen fehlt mir Zeit. Fünf Kinder kosten viel Kraft und Nerven, die ganzen Tiere auch (sind ja nicht nur Chinchillas hier zuhause ) Zum anderen schreibe ich zwar gerne, aber auch nicht gerne alles doppelt und ich denke auf meiner Seite steht schon recht viel, alles andere ist nicht unbedingt notwendig oder zeigt sich erst im Laufe der Zeit. Bei Unklarheiten kann man mich auch einfach fragen.

- Warum ist die Webcam so selten an?

Ich habe nur einen alten Rechner und ein kleines Laptop. Die laufen gerne mal heiß Wenn die Cam an ist, kann ich nicht ins Net, dann hängen die Seiten immer. Somit schalte ich sie ein, wenn mir danach ist.

- Ich würde gerne eine Hausapotheke anlegen. Was sind die Dinge, die Du immer zuhause hast?

Bis auf Bird-bene-bac, Bachblüten und Verbandszeug habe ich nichts hier. Ich halte nichts davon Medikamente zu lagern, denn wenn ein Tier etwas braucht, dann sollten die Medikamente frisch sein und man sollte Rücksprache mit einem Tierarzt halten. Also kann man die Medikamente auch dann jeweils immer da holen. Dementsprechend ist es viel sinnvoller einen Tierarzt in der Nähe zu haben, als Medikamente im Schrank.

- Du schreibst auf Deiner Webseite, dass man sich gründlich nach einem guten Tierarzt umsehen sollte und nicht jeder Tierarzt gut ist. Außerdem behandelst Du viele Krankheiten selber. Warum? Tierärzte haben doch studiert und wissen was sie tun?

Vor über 15 Jahren waren Chinchillas einfach zu selten und nur wenige Tierärzte haben sich mit ihnen befasst. Im Studium wird über Nager nur sehr wenig gelehrt. Inzwischen sind es zwar mehr Tierärzte, die sich damit auseinandersetzen, aber bei weitem nicht alle und somit unterlaufen auch den Tierärzten mitunter Fehler .
Ich selber behandele zwar die meisten Dinge selber, aber dies auch nur, weil ich in den ersten Jahren Chinchillahaltung keinen guten Tierarzt gehabt habe, mir wirklich die Tiere vor den Augen totgespritzt wurden und wirklich jeder Tierarztbesuch einem Horrortrip glich. Manchmal wurden meine Tiere gar nicht untersucht und schon kamen Spritzen und ohne Untersuchung weiß der beste Tierarzt nicht, was ein Tier hat.
Es war aber nicht so, dass ich Behandlungen ohne Rücksprache mit Tierärzten gemacht habe, sondern ich bekam ja die Medikamente auch von ihnen und sie wussten schon was sie mir gaben und was nicht . Medikamente horten und auf gut Glück geben würde ich nie und finde es schrecklich, wenn andere dies tun. Gerade Antibiotika sollten nie ohne Rücksprache gegeben werden.
Ich hatte aber vor Jahren auch das Glück auf Menschen zu treffen, die sich damit auskannten (beruflich) und von denen ich viel gelernt habe. Somit wurde der Austausch mit den jetzigen Tierärzten darauf aufgebaut und nachdem ich Ärzte meines Vertrauens gefunden habe und diese  gesehen haben, dass ich nicht wild rumprobiere, sondern gründlich überlege was man wie machen sollte, gaben sie mir die Medikamente mit. Oftmals nachdem sie die Tiere auch angesehen haben und meine Vermutungen bestätigten, was bei mir sehr oft erst passieren muss, denn ich hab gerne zweite Meinungen bevor ich nachher falsch liege.
Zum Notdienst zu müssen war damals absolut grauenvoll und selbst heute ist es nicht selten der Fall, dass die Tierärzte vor einem stehen und das kranke Tier ratlos anschauen. Manchmal begleite ich auch andere Chinchillabesitzer und auch da macht man gute und schlechte Erfahrungen, die man sich merkt und die einen prägen.
Egal ob wir zum Arzt müssen oder unsere Tiere, man sollte nie blindlings vertrauen, sondern nachfragen und sich alles erklären lassen. Mitunter kann man dadurch auch den Tierarzt auf Ideen bringen, die er vorher gar nicht in Erwägung gezogen hat.
Es ist auch nicht so dass ich Tierärzte nicht mag, aber es sind Menschen und Menschen machen auch mal Fehler. Irgendwann erkennt man auch als Halter einfach, ob zum Beispiel ein sabberndes Chin Zahnprobleme hat oder nicht. Manchmal vermutet man es nur, aber auch dann lohnt es sich auf gewisse Untersuchungen zu bestehen. Lieber eine Untersuchung zu viel, als etwas übersehen.

Und so setzt sich meine Meinung zusammen.

- Warum sind Deine Käfige nicht hoch?

Mein erster Selbstbaukäfig war sehr groß und auch hoch. Er füllte fast das ganze Zimmer aus, in dem mein Mann und ich schliefen. Bei der Höhe von über 2m kam es aber sehr sehr oft zu Unfällen bei den Chins. So clever sie auch sind, sie schnell überschätzen sie sich mal. Nach und nach haben mein Mann und ich verschiedene Käfige gebaut. Da ich nie zufrieden bin, kommt dies im Schnitt alle zwei bis drei Jahre vor und das ist recht oft. Immer wieder kam es in höheren Käfigen zu Problemen. Das hat mich dann irgendwann den Entschluß fassen lassen, dass ich nicht höher als 70 - 75cm bauen mag.

- Was machst Du mit Zuchttieren, die Du nicht mehr einsetzen kannst?

Ja, was soll man denn damit machen? Sie werden in gleichgeschlechtliche Gruppen gesetzt oder, falls dies nicht hinhaut, werden Jungs auch kastriert und zu einem Mädel gesetzt. Chinchillas, die ich mir gekauft habe, sind meine Tiere, bleiben hier und sollen hier alt werden. Ich halte nichts davon Tiere abzuschieben, weil sie einem Zweck nicht mehr dienlich sind und überlege mir immer sehr genau, welche Tiere ich für mich anschaffe. Ich liebe meine Tiere und kann nicht nachvollziehen, warum ein Tier weniger Ansprüche auf ein Heim hat, wenn es nicht mehr zuchttauglich sein sollte. Ganz selten ist es durchaus mal vorgekommen, dass mir jemand ein Tier abgeschwatzt hat. Gerade in der ersten Zeit, als ich noch recht naiv in der ganzen Angelegenheit gewesen bin, habe ich mich manchmal dazu überreden lassen ein Tier abzugeben. Durch die Meerschweinchen habe ich aber sehr schnell lernen müssen, dass das Wort heutzutage kaum noch etwas gilt und ein paar Tiere nicht selten weniger als fünf oder sechs Besitzer hatten, bevor sie zu mir kamen. Ein derartiges Schicksal möchte ich meinen Tieren ersparen.

- Glaubst Du, dass Du fehlerfrei bist?

Natürlich nicht! Das wäre ja noch schöner Ich mache meine Fehler, wie jeder andere auch und dies in verschiedenen Bereichen. Ich bin gerne mal zickig, maule auch gerne mal, wie jede andere Frau ebenfalls, habe meine Rechtschreibfehler und es kommt natürlich auch vor, dass mir in der Tierhaltung Fehler unterlaufen. Trotzdem habe ich da meine Erfahrungen machen können und bin auch immer bestrebt gewesen Fehler nicht zu wiederholen. Ich bin froh drüber, dass es auch ganz gut zu klappen scheint, denn es kommt nicht nur mir und meinem Geldbeutel zu Gute, sondern in erster Linie meinen Tieren. Meine Haltung ist nicht perfekt, aber zumindest bemühe ich mich, den Tieren so weit gerecht zu werden, wie ich es umsetzen kann und denke das klappt ganz gut. Ich habe ganz liebe Menschen um mich herum, die ich im Notfall fragen kann und gemeinsam klappt bekanntlich ohnehin alles besser.

- Reißt ein Chinchillaschwanz nicht ab, wenn man daran festhält?

Berichte davon kursieren ab und zu mal durch die Gegend . Ich selber habe noch keinen getroffen, dem dies passiert ist und möchte auch nicht daran denken, wie der Schwanz festgehalten wurde, damit es dazu kommt. Da es sich um Lebewesen handelt, setze ich ein wenig Einfühlungsvermögen und Vorsicht voraus. Man lässt ein Chinchilla nicht am Schwanz baumeln oder zieht wild daran herum. Man fixiert die Tiere lediglich mit diesem Griff und sollte immer die andere Hand ebenfalls am Tier haben. Man greift auch nicht ein wild springendes Tier, sondern greift dann zu, wenn das Tier ruhig sitzt oder sich auf einen zu bewegt. Wie bei allem gilt auch hier: bei Unsicherheiten zeigen lassen oder fragen!

- Wie handhabst Du das mit den Kindern und den Chins? Gibt es für die Tiere keine Probleme?

Meine Kinder hatten die ersten Lebensjahre wenig mit den Tieren am Hut. Solang sie klein sind/waren halte ich sie von den Käfigen fern und lasse sie nur dahin, wenn ich dabei bin. Anfassen und Streicheln geschieht nur unter meiner Aufsicht. Da meine Kinder mit Tieren aufwachsen, haben sie ein gewisses Gespür entwickelt, trotzdem vergesse ich nie, dass es Kinder sind und Kinder gewisse Dinge gar nicht erfassen können. Ich erkläre sehr viel und lasse sie mithelfen, die Großen können inzwischen auch alleine ein paar Dinge tun. Die Chins selber habe ich bisher noch nicht unruhig oder nervös wegen der Kinder erlebt. Obwohl sie die Geräusche der Kinder durchaus mitbekommen, sind sie doch ruhig, schlafen tagsüber weiter und lassen sich nicht stören. Lediglich ein paar Notfälle hatten es über eine kurze Zeit, dass sie neugierig das Geschehen hier beobachteten, anstatt zu schlafen, aber dadurch dass sie tagsüber keine Beachtung fanden (außer Medikamentengabe oder derartiges falls nötig) gewöhnten sie sich schnell ein und beachteten unseren Alltag nicht mehr.

- Wie alt ist oder wurde das älteste Chin, dass Du gesehen hast?

Die älteste Chindame die ich kenne lebt noch und wurde 2006 20 Jahre alt. Gestreichelt habe ich sie zuletzt am 14.01.2007 Eine liebe Bekannte von mir hat den Tag auch Bilder gemacht, weil so ein altes Chin trifft man halt nicht an jeder Ecke Die Chin-Omi ist ein wenig zerzaust, ihre Augen sind im letzten Jahr trübe geworden und naja, man sieht halt dass sie inzwischen alt ist, aber sie ist ganz lieb und süß. Aufgewachsen ist und leben tut sie bei einem Pelztierzüchter ganz im Norden von Deutschland. Aus der Zucht genommen wurde sie 2002, weil ihr Lebenspartner gestorben war. Inzwischen bekommt sie natürlich ihr Gnadenbrot dort und wird recht viel bekuschelt. Ein so langes Leben lang in der Zucht zu sein ist wahrlich harte Arbeit und trotzdem hat sie es geschafft so alt zu werden, was sie zusätzlich zu etwas ganz Besonderem macht.

- Wie kontrollierst Du die Vorderzähne Deiner Chinchillas und was beachtest Du dabei?

Die Vorderzähne eines Chinchillas sollten regelmäßig selber begutachtet werden, da Zahnprobleme mit zu den häufigsten Krankheiten bei Chinchillas zählen. Im Normalfall kann man Chinchillas durch das Gitter bestechen mit irgendetwas Interessantem und sie so dazu bringen durch das Gitter nagen zu wollen, wodurch man die Zähne ansehen kann. Nicht alle aber lassen dies mit sich machen Ich selber drehe mir die Kleinen dann auf den Rücken. Sie liegen in dieser Haltung schön still und ich kann in Ruhe die Zähne anschauen.

Sollte einem irgendetwas auffallen, ist ein Gang zum Tierarzt sehr wichtig. Ich habe sehr viele Chinchillas aufgenommen, deren Vorderzähne schief oder brüchig waren und immer gab es dann auch Probleme im Backenzahnbereich, obwohl sich am Fressverhalten noch nichts bemerkbar gemacht hat. Natürlich kann man nicht unbedingt immer alles deuten, aber ein paar Dinge treten recht oft auf und da kann man ein wenig schon ableiten.

Bild 1 (unten) zeigt ein Chinchilla mit Ablagerungen auf den Schneidezähnen. Im Normalfall sind diese harmlos, verschwinden wieder und entstehen durch das Fressen. Gehen sie nicht weg, wäre es ratsam einen Tierarzt draufschauen zu lassen. Bild 2 zeigt die Folgen einer länger andauernden Krankheit, bei der es zu Mangelerscheinungen kam. Deswegen sind die Zähne stellenweise ganz weiß. Da sollte dringend etwas unternommen werden, wobei auch ein jahrelanges Überangebot an Mineralien und Vitaminen die Zähne so aussehen lassen kann. Wer dies nicht selber einschätzen kann, sollte einen Tierarzt befragen und ihm das Chinchilla vorstellen. Auch eine mit Schwangerschaft und Stillzeit überforderte Chinmami kann solche Aufhellungen zeigen und gehört natürlich dann nicht wieder gedeckt. Sollte es nicht eine offensichtliche Folge einer Krankheit sein, dann auf alle Fälle von einem Tierarzt abklären lassen. Auf dem Bild 3 sind die Zähne im gesunden Zustand. Schön gerade abgenutzt und kurz.

Bei Jungtieren sind die Zähne zuerst weiß und färben dann mit den ersten Monaten aus. Bild 4 zeigt die Zähne eines 4 Wochen alten Babys, Bild 5 die Zähne eines fünf Monate alten Babys bei dem noch ein Rest hell ist, Bild 6 und 7 die Zähne von vier Jahre alten Böcken.

Eine leichte Schrägung in der Mitte, wie auf Bild 6 zu sehen, ist normal. Eine Schrägung zu einer Seite abfallend hingegen sollte nicht sein und da wäre es auch ratsam es kontrollieren zu lassen. Wichtig ist auch der Blick von der Seite. Es gibt Chinchillas deren Vorderzähne sich nach hinten biegen beim Wachsen und das sieht man nicht unbedingt beim genauen Draufschauen von vorne. 

 

 

 

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