- Warum ernährst Du die Chinchillas nur mit Heu und Pellets und gibst ihnen außer Apfel kein Frischfutter?
Ich habe meine Erfahrungen damit gesammelt und bin zu dem Ergebnis gekommen,
dass es für die Tiere nichts ist sie anders zu ernähren. Meine ersten Tiere bekamen Grünfutter,
Obst und Gemüse. Selbst zu der Zeit, als ich zumindest vom bunten
Zoohandlungsfutter weggekommen war, blieb ich bei Apfel, Karotte, Löwenzahn,
Topinambur, diversen Kräutern und anderem Obst. Durch die Meerschweinchen
war immer ausreichend vorhanden und die Chins bettelten natürlich danach.
Als Anfängerin konnte ich damals auch Kotveränderungen nicht sofort
erkennen. Im Laufe der ersten Jahre sah ich aber die Veränderungen der
Tiere. Sie wurden immer häufiger krank, bekamen starke Probleme wie heftigen
Durchfall und Krämpfe, starben recht jung. Bei Karotten bekamen meine Tiere
starke Verstopfungen, allerdings auch nicht gleich am Anfang, sondern erst
wesendlich später und dann aber sehr heftig, so dass teilweise gar kein Kot
mehr abgesetzt wurde. Nach Rückfragen später bei den
Chinchillapelztierzüchtern stieg ich dann recht schnell dahinter, dass es
durch die Gabe der Extras zu den Problemen kam. Nachdem ich es weggelassen
habe, nur noch ganz selten mal Löwenzahn sammele, noch seltener die
Gelegenheit habe Topinambur zu verfüttern und die Tiere somit lediglich
regelmäßig Apfel bekommen, hatte ich die ganzen Probleme nicht mehr.
Getrocknet gibt es auch nur sehr selten mal Löwenzahn, Topinambur und
Brennnessel. Löwenzahn wird unter anderem auch mal frisch stibitzt. Meine
Tiere haben keinerlei Verdauungsprobleme mehr, keine Krämpfe, keine weißen
Zähne - einfach nichts in dieser Richtung. Ich habe nie Hefepilze gehabt bei
den Chins, noch nie Giardien und bin echt froh mich mit diesen Dingen noch
nicht beschäftigt haben zu müssen. Durch das Internet bekam ich noch viel
häufiger als vorher mit, was woanders so an Problemen auftauchte und auch
daraus zog ich meine Rückschlüsse. Somit werde ich natürlich an der
Ernährung nichts verändern
- Wie alt werden bei Dir im Durchschnitt die Chinchillas? Meine Älteste wurde 18 Jahre alt, mein jüngstes starb am Tag der Geburt. Mein ältestes Chin zur Zeit ist geboren 1992 und lebt schon sehr lange bei mir. Somit kann ich einen Durchschnitt nicht sagen. Da ich eine Hobbyzucht betreibe ist bei mir ein erhöhtes Risiko vorhanden, dass Tiere sterben, da Zucht immer einen Risikofaktor darstellt. Ich habe nur wenige Chinchillas im Verhältnis zu anderen Züchtern. Im Durchschnitt sitzen hier 8 bis 10 Zuchtweibchen und 5-10 Buben (Notfalltiere ausgenommen). Die meisten meiner Zuchtweibchen wurden 10-14 Jahre alt. Gerade im Jahr 2004 starben mir aber ein paar meiner Lieblinge durch Geburtskomplikationen und eine an einer Vergiftung und leider starben auch ein paar vorletztes Jahr beim Umzug (2005). Wir haben uns da eine ganz üble Erkältungswelle eingefangen und die Chins haben teilweise sehr heftige Lungenentzündungen bekommen. - Warum gibst Du keinen Nachwuchs mehr ab? Ich habe zwar in erster Linie sehr viel Glück gehabt mit den neuen Besitzern meiner Babys, aber leider manchmal auch Pech. Es wurden Tiere einfach weiterverkauft ohne mich zu fragen, ob ich meine Babys zurückkaufen würde, obwohl derartiges immer abgesprochen wird, es wurde mit Tieren gezüchtet, die nicht zur Zucht geeignet waren (was ausdrücklich vertraglich festgehalten wird!) und leider waren auch ein paar darunter, die "meine" Babys totgefüttert haben. Wenn schlechte Haltungsbedingungen vorlagen konnte ich zum Glück durch den Schutzvertrag tätig werden, aber der Weiterverkauf ist leider gesetzlich nicht geschützt. Auch wenn es nicht oft war, so hängt mein Herz an jedem meiner Babys und ich kann einfach damit nicht umgehen. Deswegen habe ich schon 2002 angefangen nur noch Nachwuchs in sehr ausgesuchte Hände zu geben und als selbst darunter jemand sich befand, der meinte einfach ein Tier von mir weiterverkaufen zu müssen ohne es mir zu erzählen gibt seit 2004 gibt es Nachwuchs nur noch für mich, damit ich meine Linien erhalten kann. Ich bin sehr stolz auf meine Tiere, die aus sehr guten Linien kommen und hier geboren wurden und möchte vor allen Dingen meine reinen Standard-Linien für mich erhalten, somit werde ich auch nicht aufhören zu züchten, aber noch einmal das Risiko eingehen, dass jemand sich bei mir einschmeichelt und dann den Tieren doch schadet, das gehe ich nicht mehr ein. Ausnahmen gibt es immer, denn es gibt auch eine Reihe wirklich lieber Menschen, die für ihre Tiere das Beste wollen und denen klar ist, dass auch Züchter mitunter ihre Tiere lieben und ihre Entwicklung beobachten wollen. Wenn gesichert ist, dass der Austausch zwischen mir und den neuen Haltern gegeben ist, dann lasse auch ich mich gelegentlich erweichen eines meiner Babys anderen Personen anzuvertrauen. - Warum findest Du Salzlecksteine für Chinchillas nicht in Ordnung?
Chinchillas bekommen alles was sie brauchen über die Pellets oder das Heu.
Ein Zuviel an Salz schadet gerade Tieren sehr doll. Schon
Frau Meier (vielen
Meerschweinchenbesitzern mit Internet ewig bekannt und hochgeschätzt
Normal ernährte gesunde Tiere brauchen weder zusätzliche Salz- noch Mineralstoffgaben. So lange nicht einzelne Tiere den Leckstein förmlich "auffressen", sondern nur gelegentlich eine Prise davon naschen, wird er auch keinen Schaden anrichten. Jedenfalls kann ein Zuviel an Salz und Mineralien mehr Schaden anrichten, als normale Nutzung verhindern könnte. Uns kommt so etwas nicht ins Gehege! Quelle: http://www.fraumeier.org/antwort.htm#salzleckstein Und das gilt bei mir auch für Chinchillas. - Viele sagen man muss Pellets dosieren und Du tust dies nicht. Warum? Ich mache die Näpfe von je her voll, aber meine Tiere fressen gar nicht so viel Pellets. In erster Linie wird hier Heu und Heu und nochmal Heu gefressen und das ist ganz wichtig. Für die Verdauung, für die Zähne, für das Wohlbefinden. Solange meine Tiere sich nicht an Pellets satt fressen, sondern in erster Linie Heu mampfen, brauche ich nicht dosieren und sehe keinen Sinn darin. Die Tiere haben unterschiedliche Bedürfnisse pro Tag und wenn in einer Gruppe mal einer reinhaut, dann gehen andere nachher leer aus. Somit finde ich es für mich und meine Tiere auf diesem Wege schöner. - Du hast auf Deiner Webseite unter dem Vorwort stehen, dass Dir ein Chinchilla verhungert ist. Wie kann so etwas passieren? Wie so viele am Anfang hab ich meine früher Tiere nie gewogen. Dazu kamen die Berührungsängste, die man als Anfänger so hat. Meine Jenny kannte ich in und auswendig, da war keine Scheu mehr vorhanden, aber bei einigen neuen Tieren, die sehr ängstlich waren, war ich damals bestrebt sie erst einmal in Ruhe zu lassen und wenig zu stören. Beim normalen Anschauen sieht man aber einen Gewichtsverlust nicht und wenn ein Chin dichtes Fell hat, dann merkt man dies mitunter zu spät. Ich wollte alles richtig machen und hab dadurch viel falsch gemacht. Die Tiere hatten damals riesige Käfige, viel Freilauf und somit benötigten sie Energie, die das damalige Futter nicht geliefert hat. Tja und so kam es halt dazu. Ich selber habe den neuen Besitzern meiner Babys natürlich immer gleich gezeigt wie man ein Chin hält, abtastet usw. aber mir stand zuerst niemand zur Seite. - Warum fragst Du, wenn Du Mails mit Krankheitsanfragen bekommst, immer so genau nach dem Kot, selbst wenn Dir einer schreibt es liegt keine Verstopfung vor? Viele wissen gar nicht wie gesunder Kot aussehen sollte und wie er beschaffen ist. Überwiegend glauben die Leute solange noch genug Köttel kommen, liegt auch keine Verstopfung vor und wenn der Kot nicht wie Wasser ist, dann haben die Tiere auch keinen Durchfall. Doch das stimmt nicht. Der Kot ist sehr wichtig und gibt sehr viel Aufschluss über die Gesundheit. Auf dem folgenden Bild sieht man die Unterschiede ein wenig. Ganz links ist gesunder Kot, bei dem mittigen handelt es sich schon um eine Verstopfung und bei dem rechts ist es ebenfalls eine Verstopfung.
Durchfall beginnt oft schon, wenn der Kot kleine Spuren auf den Sitzbrettern hinterlässt. Ebenfalls gibt die Farbe des Kotes viele Hinweise. Tiefschwarz wird der Kot oft, wenn zu viel Eiweiß im Futter vorhanden ist und das soll bei Chinchillas nicht sein. Je schwärzer der Kot, desto überversorgter kann der Darm sein. Natürlich gibt es hierzu keine Richtlinien, aber es sind die Erfahrungen meines persönlichen Ansprechpartners für Chinchillafragen, von dem ich schon ganz viel lernen durfte. Deswegen ist das Nachfragen für mich sehr wichtig. Ich möchte niemanden
unterstellen, dass er sich nicht auskennt, aber es kam schon sehr oft vor,
dass ich die Tiere selber sehen konnte und vor Ort dann festgestellt habe,
dass sie doch eine Verstopfung oder Durchfall hatten. Da fragt man lieber
mehrmals nach
- Zur Zeit bestehen immer so viele auf Quellenangaben. Warum hast Du so wenig Quellenangaben auf Deiner Webseite oder nennst kaum welche in Foren? Ich brauche sie nicht, da vieles auf dieser Webseite nur meinen eigenen
Erfahrungen zu Grunde liegt oder auf Wissen basiert von Menschen, die nicht
namentlich genannt werden wollen (was aber auch im Vorwort steht, zusammen
mit einer Ausnahme). In den Bereichen, in denen ich Fachwissen
aus schriftlichen Quellen angegeben habe, habe ich es gekennzeichnet und
alles andere ist auf meinem Mist oder auf den Erfahrungen von den
Züchtern gewachsen, von denen ich lernen durfte. Für mich sind Fachquellen auch nur von Menschen, die sich über
Jahre hinweg mit einer bestimmten Materie befasst haben, nicht mehr und
nicht weniger und für mich muss man keinen Doktor haben oder studieren um
über Wissen zu verfügen
- Warum machst Du jetzt so wenig an Deiner Webseite?
- Warum ist die Webcam so selten an? Ich habe nur einen alten Rechner und ein kleines Laptop. Die laufen gerne
mal heiß
- Ich würde gerne eine Hausapotheke anlegen. Was sind die Dinge, die Du immer zuhause hast? Bis auf Bird-bene-bac, Bachblüten und Verbandszeug habe ich nichts hier. Ich halte nichts davon Medikamente zu lagern, denn wenn ein Tier etwas braucht, dann sollten die Medikamente frisch sein und man sollte Rücksprache mit einem Tierarzt halten. Also kann man die Medikamente auch dann jeweils immer da holen. Dementsprechend ist es viel sinnvoller einen Tierarzt in der Nähe zu haben, als Medikamente im Schrank. - Du schreibst auf Deiner Webseite, dass man sich gründlich nach einem guten Tierarzt umsehen sollte und nicht jeder Tierarzt gut ist. Außerdem behandelst Du viele Krankheiten selber. Warum? Tierärzte haben doch studiert und wissen was sie tun? Vor über 15 Jahren waren Chinchillas einfach zu selten und nur wenige
Tierärzte haben sich mit ihnen befasst. Im Studium wird über Nager nur sehr
wenig gelehrt. Inzwischen sind es zwar mehr Tierärzte, die sich damit
auseinandersetzen, aber bei weitem nicht alle und somit unterlaufen auch den
Tierärzten mitunter Fehler
Und so setzt sich meine Meinung zusammen. - Warum sind Deine Käfige nicht hoch? Mein erster Selbstbaukäfig war sehr groß und auch hoch. Er füllte fast das ganze Zimmer aus, in dem mein Mann und ich schliefen. Bei der Höhe von über 2m kam es aber sehr sehr oft zu Unfällen bei den Chins. So clever sie auch sind, sie schnell überschätzen sie sich mal. Nach und nach haben mein Mann und ich verschiedene Käfige gebaut. Da ich nie zufrieden bin, kommt dies im Schnitt alle zwei bis drei Jahre vor und das ist recht oft. Immer wieder kam es in höheren Käfigen zu Problemen. Das hat mich dann irgendwann den Entschluß fassen lassen, dass ich nicht höher als 70 - 75cm bauen mag. - Was machst Du mit Zuchttieren, die Du nicht mehr einsetzen kannst?
Ja, was soll man denn damit machen? - Glaubst Du, dass Du fehlerfrei bist?
Natürlich nicht!
- Reißt ein Chinchillaschwanz nicht ab, wenn man daran festhält?
Berichte davon kursieren ab und zu mal durch die Gegend - Wie handhabst Du das mit den Kindern und den Chins? Gibt es für die Tiere keine Probleme? Meine Kinder hatten die ersten Lebensjahre wenig mit den Tieren am Hut. Solang sie klein sind/waren halte ich sie von den Käfigen fern und lasse sie nur dahin, wenn ich dabei bin. Anfassen und Streicheln geschieht nur unter meiner Aufsicht. Da meine Kinder mit Tieren aufwachsen, haben sie ein gewisses Gespür entwickelt, trotzdem vergesse ich nie, dass es Kinder sind und Kinder gewisse Dinge gar nicht erfassen können. Ich erkläre sehr viel und lasse sie mithelfen, die Großen können inzwischen auch alleine ein paar Dinge tun. Die Chins selber habe ich bisher noch nicht unruhig oder nervös wegen der Kinder erlebt. Obwohl sie die Geräusche der Kinder durchaus mitbekommen, sind sie doch ruhig, schlafen tagsüber weiter und lassen sich nicht stören. Lediglich ein paar Notfälle hatten es über eine kurze Zeit, dass sie neugierig das Geschehen hier beobachteten, anstatt zu schlafen, aber dadurch dass sie tagsüber keine Beachtung fanden (außer Medikamentengabe oder derartiges falls nötig) gewöhnten sie sich schnell ein und beachteten unseren Alltag nicht mehr. - Wie alt ist oder wurde das älteste Chin, dass Du gesehen hast?
Die älteste Chindame die ich kenne lebt noch und wurde 2006 20 Jahre alt.
Gestreichelt habe ich sie zuletzt am 14.01.2007
- Wie kontrollierst Du die Vorderzähne Deiner Chinchillas und was beachtest Du dabei?
Die Vorderzähne eines Chinchillas sollten regelmäßig selber begutachtet
werden, da Zahnprobleme mit zu den häufigsten Krankheiten bei Chinchillas
zählen. Im Normalfall kann man Chinchillas durch das Gitter bestechen mit
irgendetwas Interessantem und sie so dazu bringen durch das Gitter nagen zu
wollen, wodurch man die Zähne ansehen kann. Nicht alle aber lassen dies mit
sich machen
Sollte einem irgendetwas auffallen, ist ein Gang zum Tierarzt sehr wichtig. Ich habe sehr viele Chinchillas aufgenommen, deren Vorderzähne schief oder brüchig waren und immer gab es dann auch Probleme im Backenzahnbereich, obwohl sich am Fressverhalten noch nichts bemerkbar gemacht hat. Natürlich kann man nicht unbedingt immer alles deuten, aber ein paar Dinge treten recht oft auf und da kann man ein wenig schon ableiten. Bild 1 (unten) zeigt ein Chinchilla mit Ablagerungen auf den Schneidezähnen. Im Normalfall sind diese harmlos, verschwinden wieder und entstehen durch das Fressen. Gehen sie nicht weg, wäre es ratsam einen Tierarzt draufschauen zu lassen. Bild 2 zeigt die Folgen einer länger andauernden Krankheit, bei der es zu Mangelerscheinungen kam. Deswegen sind die Zähne stellenweise ganz weiß. Da sollte dringend etwas unternommen werden, wobei auch ein jahrelanges Überangebot an Mineralien und Vitaminen die Zähne so aussehen lassen kann. Wer dies nicht selber einschätzen kann, sollte einen Tierarzt befragen und ihm das Chinchilla vorstellen. Auch eine mit Schwangerschaft und Stillzeit überforderte Chinmami kann solche Aufhellungen zeigen und gehört natürlich dann nicht wieder gedeckt. Sollte es nicht eine offensichtliche Folge einer Krankheit sein, dann auf alle Fälle von einem Tierarzt abklären lassen. Auf dem Bild 3 sind die Zähne im gesunden Zustand. Schön gerade abgenutzt und kurz.
Bei Jungtieren sind die Zähne zuerst weiß und färben dann mit den ersten Monaten aus. Bild 4 zeigt die Zähne eines 4 Wochen alten Babys, Bild 5 die Zähne eines fünf Monate alten Babys bei dem noch ein Rest hell ist, Bild 6 und 7 die Zähne von vier Jahre alten Böcken.
Eine leichte Schrägung in der Mitte, wie auf Bild 6 zu sehen, ist normal. Eine Schrägung zu einer Seite abfallend hingegen sollte nicht sein und da wäre es auch ratsam es kontrollieren zu lassen. Wichtig ist auch der Blick von der Seite. Es gibt Chinchillas deren Vorderzähne sich nach hinten biegen beim Wachsen und das sieht man nicht unbedingt beim genauen Draufschauen von vorne.
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